Rätselhafte Bauten in Taufkirchner Waldgebiet

Mitten im Wald ist gegenüber dem Taufkirchner / Brunnthaler Gewerbegebiet (IKEA) auf dem sogenannten „Parallelogramm“ auf Taufkirchner Grund eine riesige Halle mit Nebengebäude errichtet worden. Und das, ohne dass Gemeinde oder Landratsamt eine Genehmigung ausgesprochen hätte.

Die Stahlkonstruktion mit Blechwänden und gepflastertem Boden wird derzeit laufend weiter ausgebaut. Der umgebende Wald wurde großzügig gerodet. Und es deutet auch nichts auf eine geplante Wiederaufforstung hin, wie sie in eigentlich in einem Waldgebiet verpflichtend wäre.

Welchen Zweck dieses Gebäude mitten im Wald haben soll, bleibt rätselhaft. Auch ein Gespräch mit dem Besitzer gab darüber keinen Aufschluss: das werde irgendwann in einem nachträglich eingereichten Bauantrag geklärt werden.

Schon früher war dieses Gebiet im Blick für Investoren für Gewerbeansiedlungen. Bisher konnte allerdings, anders als auf der anderen Seite der B471 der Wald hier erhalten und eine weitere Zersiedelung verhindert werden. In Zeiten von „Bavaria one“ und des Ausbaus des Ludwig-Bölkow-Campus nährt sich bei uns der Verdacht, dass hier schon einmal Tatsachen geschaffen werden sollen, noch bevor an eine reguläre Bauleitplanung gedacht wird.

Das ganze Gebiet ist auch im Fokus der Denkmalschutzbehörde: Wahrscheinlich stand hier vor 1945 das sogenannte „Waldlager“, ein Kriegsgefangenenlager, dessen Insassen genauso wie die Häftlinge im nahe gelegenen Dachauer KZ-Außenlager in Ottobrunn zur Arbeit in der Rüstungsindustrie gezwungen wurden. Ein Kapitel Taufkirchner Heimatkunde, das noch niemand erforschen bzw. aufarbeiten wollte. Eine dazu notwendige archäologische Untersuchung ist aber nur möglich (und eigentlich auch verpflichtend) bevor das Gebiet bebaut wird.

 

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